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Erziehungswissenschaftler der Universität Mannheim haben untersucht, wie der Tablet-PC als Unterrichtsmaterial bei Lehrern und Schülern an drei Mannheimer Modellschulen ankommt. Das Ergebnis: Den Schülern macht es Spaß, Lehrern eher weniger.

Bruchrechnen mit der Mathe-App, Chemische Formeln in 3D erstellen oder englische Texte hören, die von Muttersprachlern gesprochen werden – Tablet-PCs machen es möglich. Drei Mannheimer Schulen testen bereits den Unterricht der Zukunft: Seit vergangenem Dezember lernen ihre Schüler und unterrichten ihre Lehrer mit den flachen Minicomputern. Forscher des Lehrstuhls für Erziehungswissenschaft I an der Universität Mannheim begleiten das Modellprojekt wissenschaftlich. In einer Studie, die durch den Forschungsfonds der Universität und durch die Stadt Mannheim finanziert wird, haben sie nun herausgefunden, wie die Tablet-PCs im Unterricht bei Lehrern und Schülern angenommen werden.

Dazu haben Dr. Dirk Ifenthaler und sein Team die Lehrerinnen und Lehrer vor und nach der Einführung des iPads nach ihrer persönlichen Einstellung und ihrer Motivation für diese neue Unterrichtstechnologie befragt. „Die Akzeptanz der Anwender ist der entscheidendste Faktor bei der Einführung einer neuen Technologie“, sagt Dr. Dirk Ifenthaler, der das Forschungsprojekt an der Uni Mannheim leitet. „Nur wenn die Lehrer gerne mit den Tablet-PCs unterrichten und die nötigen technischen und didaktischen Kenntnisse dafür mitbringen, kann es funktionieren“.

Erste Ergebnisse aus der Studie zeigen: Ein Großteil der Lehrer interessiert sich für die umfangreichen Möglichkeiten der Tablet-PCs. „Es fehlen jedoch didaktische Modelle, um den Mehrwert der Tablet-PCs im Unterricht umzusetzen“, erklärt Erziehungswissenschaftler Dirk Ifenthaler. „Die Schüler bringen bereits umfangreiche Medienkenntnisse für den Unterricht mit, weil sie die Technik meist schon von ihrem Smartphone oder vom Tablet-PC der Eltern kennen.“ Gerade die Schülerinnen und Schüler seien durch den Unterricht mit dem Minicomputer sehr motiviert. Allerdings wissen Dr. Ifenthaler und seine Kollegen noch nicht, ob die Methode auch einen pädagogischen Mehrwert hat. Dies wollen sie in einem nächsten Schritt im kommenden Schuljahr herausfinden. Die Forscher arbeiten an der Fortsetzung des Projekts mit Forschungsinstitutionen und Partnern aus der Industrie.

Anhand der Ergebnisse soll ein Leitfaden für die flächendeckende Einführung der Tablet-PCs an Mannheimer Schulen entwickelt werden. „Dazu gehört auch, angehenden Lehrern bereits im Studium das technische und didaktische Rüstzeug für den Unterricht mit Tablet-PCs zu vermitteln“, erklärt Ifenthaler. „Die Zukunft der Kommunikation liegt in den Mobiltechnologien und das gilt für sämtliche Bereiche, ob im Privaten, im Unternehmen oder in der Schule.“

Quelle: Universität Mannheim